Schlafwandeln – was ist das eigentlich?

Schlafwandeln, im Fachjargon Somnambulismus, davon sind in Deutschland schätzungsweise etwa ein bis zwei Prozent der erwachsenen Bevölkerung betroffen. Bei den unter 18-jährigen sind es bis zu 30 %. Genaue, verlässliche Daten gibt es allerdings nicht, denn man selbst bekommt vom Schlafwandeln nichts mit. Um das nächtliche Umherwandern ranken sich viele Mythen. In der Vergangenheit vermutete man einen Zusammenhang zwischen Vollmondnächten und dem Schlafwandeln, weswegen man auch von der Mondsucht spricht. Der Zusammenhang konnte in wissenschaftlichen Studien jedoch widerlegt werden. Was weiß man vom Schlafwandeln und gibt es eine Möglichkeit es zu verhindern.

Was passiert beim Schlafwandeln?

Beim Schlafwandeln können verschiedene Dinge passieren. Das unterscheidet sich von Person zu Person. Häufig richten sich Personen ohne erkennbaren Grund im Bett auf, machen etwas an der Bettdecke und legen sich dann wieder hin. Es muss also nicht zwingend zum Umherwandeln kommen. In seltenen Fällen kann es aber dazu kommen, dass Schlafwandler komplexe Handlungen ausführen, Schränke öffnen und sogar Nahrung zu sich nehmen. Es gibt jedoch gemeinsame Merkmale. Schlafwandler haben starr geöffnete Augen, ein ausdrucksloses Gesicht und zeigen verminderte Reaktivität und eine verminderte Wahrnehmung. Das kann mitunter gefährlich sein, denn Hindernisse, wie Treppen oder Geländer werden häufig nicht erkannt.

Wer ist betroffen?

Am häufigsten betroffen sind Kinder. Schlafwandeln bei Kindern wird nach neuestem Stand der Forschung auf ein noch nicht vollkommen entwickeltes Nervensystem zurückgeführt, wobei es auch hier noch nicht gänzlich klar ist, was das Schlafwandeln genau auslöst. Begünstigt werden kann das Schlafwandeln durch nächtliche Geräusche oder Lichtquellen, sowie psychische Belastungen, Stress und innere Unruhe. Das Gehirn kommt so nicht zur Ruhe, was mitten in der Nacht zum Schlafwandeln führt. Bis zur Pubertät schlafwandeln allerdings bis zu 80 % der Kinder nicht mehr, was die Theorie des Nervensystems unterstützt. Warum ein Teil der Erwachsenen jedoch weiterhin schlafwandelt, ist bis heute nicht geklärt.